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Munkácsy und die Stadt

Der Künstler Munkácsy Mihály und die Stadt Békéscsaba
„Die Ansicht der Stadt habe ich voller Bewunderung betrachtet: lange Straßen, niedrige und breite Häuser ordentlich angeordnet, wie die Rue Rivolin in Paris. In der Mitte, wo sich die Straßen kreuzen, stehen einander zwei Kirchen von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Rundherum herrscht Ruhe und Stille. Die Glocken ertönen melancholisch…“ so dachte später der schon äußerst erfolgreiche Munkácsy Mihály in Paris an seine neue Heimat Békéscsaba zurück.

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Der Maler kam mit acht Jahren als Vollweise aus Miskolc in die Stadt. Sein Onkel mütterlicherseits Reök István hat die Vormundschaft über ihn übernommen. Munkácsy besuchte ihn später von Zeit zu Zeit im Komitat Békés unabhängig davon, wohin ihn sein Leben trieb. Auch seine jüngere Schwester Gizella wohnte in der Stadt, und zwar bei Frau Steiner Reök Sarolta in der Gyulaer Straße. Seit 1994 ist in diesem Gebäude das auf der ganzen Welt einmalige Munkácsy Gedenkhaus untergebracht.

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„…am Ende der Stadt steht dieses hübsche Haus. …Eine breite Treppe führt vom Hof ins Haus. An der anderen Seite herrscht eine Terrasse über den großen Garten. Meine Tante, Onkel Steiner und Giza standen schon auf der Treppe und warteten auf mich. Alle haben mich umarmt und ich habe mich gleich wie zu Hause gefühlt.“ – so schrieb Munkácsy über diesen Landsitz, wo er seine erste Csabaer Nacht und die letzten glücklichen Monate seiner Kindheit verbrachte. Im Haus, wo er und seine kleine Schwester monatelang die feinen Speisen genossen und nachmittags frei von Sorgen gespielt haben, können die Gäste heute seine wundervollen Gemälde bewundern. Aus der Sammlung der Ungarischen Nationalgalerie repräsentieren hier 21 Originalgemälde die einzelnen künstlerischen Epochen von Munkácsy.

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In der Nähe des Gedenkhauses steht das im Jahre 1914 errichtete Munkácsy Mihály Museum. Hier sind die originalen Reliquien, Dokumente und Fotos des Künstlers aufbewahrt. Weitere Dauerausstellungen sind in den Munkácsy Gedenkzimmern unter anderem aus seinen Werken und Reliquien eingerichtet. Im Munkácsy Mihály Museum hängt auch das Originalgemälde, das den Künstler selbst in einer typisch ungarischen historischen Bekleidung zeigt.

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Vor dem Museumsgebäude steht die von Borsos Miklós im Jahre 1958 geschaffene Büste von Munkácsy.

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Eine weitere Büste von Munkácsy steht am Ufer des Kanals „Élővíz“. Das Werk des Künstlers Vilt Tibor wurde als Teil der Statuenallee im Jahre 1975 eingeweiht.

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In Békéscsaba ist die Straße, die weltweit als erste nach Munkácsy benannt wurde. In dieser Straße wurde eine Gedenktafel aufgestellt, und zwar dort, wo das ehemalige Haus des Tischlermeisters Lang György stand. Hier hat Munkácsy seinen ersten Beruf, das Tischlerhandwerk erlernt.

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Einer Überlieferung zufolge soll der Lehrling Munkácsy die Tulpentruhe gemalt haben, die im slowakischen Heimatmuseum in der Garay Straße zur Schau gestellt ist.

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Im imposanten Hof des Rathauses hängt auch eine Munkácsy-Gedenktafel.

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An der Wand des Hotels Fiume ist einer der letzen Besuche des Malers durch diese Tafel verewigt.

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